LAUE Jürgensen und Co. GmbH

Das Brautkleid - früher und heute

Ganz in Weiß war die Braut nicht immer gekleidet und ist es ja auch heute nicht zwangsläufig. Viele Modeströmungen und Farben hat das Brautkleid erlebt und somit seit der Antike eine abwechslungsreiche Geschichte erlebt, die an dieser Stelle kurz skizziert werden soll.

Im Alten Rom trägt Braut Tunika mit Herkulsknoten

Im Alten Rom heiratete die Braut in einer speziellen Hochzeitstunika mit einem hölzernen Gürtel, der mit dem sogenannten Herkulesknoten, den der Bräutigam später lösen musste, verschlossen wurde. Hierüber trug die Braut in der Regel eine gelbe Stola, gelbe Sandalen und einen Schleier in Gelb.

Vom Statussymbol Brautkleid zum alltagstauglichen Schwarz

Im Mittelalter wurde Brautmode dann zunehmend zum Statussymbol finanzieller und gesellschaftlicher Potenz. So heiraten Bräute aus ärmeren Schichten und dem handwerklichen Mittelstand zumeist im schwarzen Sonntagskleid, während Bräute aus der damaligen Oberschicht in farbenfrohen Kleidern aus luxuriösen Stoffen besetzt mit Edel- und Halbedelsteinen und verziert mit aufwändigen Stickereien die Ehe eingingen. Besonders häufig heirateten Bräute der oberen Stände in blauen, grünen und roten Kleidern, die häufig in einem mantelartigen Stil geschnitten waren.

Im 16. Jahrhundert eroberten dann inspiriert durch das streng katholische spanische Königshaus lange, schwarze Brautkleider mit Schleppe und Spitze sämtliche gesellschaftlichen Schichten Kontinentaleuropas. Schwarz unterstrich die Frömmigkeit der Trägerin, war leicht zu reinigen und konnte zu unterschiedlichen Anlässen getragen werden und wurde so zumindest bei der Landbevölkerung die bis ins 19. Jahrhundert gängige Brautkleidfarbe.

Unschuldiges Weiß

Brautkleider in Weiß, dem Symbol der Reinheit und der Unschuld, gab es erst gegen Ende des 17. Jahrhunderts bei Hochzeiten des reichen Bürgertums und des Adels, ehe Anfang des 19. Jahrhunderts erstmals in Frankreich ein weißes Kleid präsentiert wurde, das speziell für die Hochzeit kreiert worden war und somit für weitläufige Verbreitung der Hochzeitsfarbe Weiß einläutete. So eroberte der Trend zur weißen Hochzeit nach und nach alle Bevölkerungsschichten und spätestens seit der Märchenhochzeit von Prinzessin Elisabeth von Bayern alias Sisi 1854 war Weiß als Kleidfarbe flächendeckend en vogue.

Ist Weiß nicht mehr aus der Hochzeitsmode wegzudenken, so hat sich dennoch der Stil der Brautkleider vor dem Hintergrund wechselnder Modeentwicklungen stark verändert. So hat das Brautkleid von schmalen, kürzeren Kleidern in den 20ern über ausladende Petticoats nach dem Krieg und Minis in den 60er Jahren bis hin zur "neuen Romantik" in den 80ern fast jeden Modetrend mitgemacht. Daneben sind die Farben Creme, Elfenbein und Champagner mehr und mehr in der Brautmode auf dem Vormarsch. Weil häufig bei blasser Haut ein weißes Kleid unvorteilhaft wirkt, ist man dazu übergegangen, cremefarbene Kleider zu verkaufen, da sie, als einzelnes Kleid gesehen wie ein weißes Kleid wirken, aber der zumeist blasseren Haut so mancher Nordeuropäerin mehr schmeicheln.

Heutzutage gilt, dass eine Braut jedes Kleid tragen darf, dass zu ihrem individuellen Stil in Form, Schnitt und Farbe paßt, solange es ihr gefällt. Denn obwohl jedes Brautkleid heute mehr denn je seinen individuellen Stil hat, gibt es einige Gemeinsamkeiten im Schnitt. Daher möchten wir Ihnen an dieser Stelle einen ersten Überblick über die gängigsten Schnittformen geben.

Aktuell häufige Schnittformen von Brautkleidern

A-Linie

Die A-Linie, die erstmal 1955 von Christian Dior entworfen wurde, besticht durch ein figurbetontes Oberteil mit schmalen Schultern und leichter Taille, die in einen leicht ausgestellten Rock münden, so dass der Schnitt des Kleides einem A ähnelt. Kleider im Schnitt der A-Linie werden häufig aus eher festen Stoffen gefertigt, um den Halt zu unterstützen.

Duchesse

Kleider der Schnittform Duchesse (=Herzogin) zeichnen eine figurbetontes Oberteil, welches schlicht oder reich verziert mit Perlen, Applikationen oder Stickereien sein kann, sowie ein weiter auf Taillenhöhe ansetzender Rock aus. Zumeist wird ein Duchesse-Kleid mit einem üppigen Reifrock und einer Schleppe getragen.

Empire

Empire-Brautkleider haben ein stark verkürztes figurbetontes Oberteil, so dass sich die Taillennaht direkt unter der Brust befindet. Der Rock fällt bei schlichter Schnittführung etwas schmaler. Für ein Kleid dieses Stils werden zumeist leichte, fließende Stoffe verwendet.

Meerjungfrauenform

Hierbei handelt es sich um einen figurbetonten Ein- oder Zweiteiler (teilweise auch mit einer kleinen Schleppe), bei dem der Rock ab dem Knie weiter wird. Diese Schnittform setzt die weiblichen Kurven sinnlich in Szene.

Schmal

Häufig sind Brautkleider vom Oberteil bis zum Rock gerade und schmal geschnitten, eng anliegend und figurbetont. Als Kontrast zum dezenten, schlichten Schnitt des Brautkleides wird gern ein aufwändiger Kopfschmuck mit üppigem Schleier getragen.

Zweiteilig

Eine Kombination aus einem figurbetonten Oberteil oder einer Corsage und passendem Rock, Kostüme für die standesamtliche Trauung und ähnliche Outfits sind ebenfalls gängig in der gegenwärtigen Hochzeitsmode.