LAUE Jürgensen und Co. GmbH

Hochzeitsbräuche

Hochzeitsbräuche sind Traditionen, die rund um das Thema Heirat entstanden sind und das Brautpaar im Wesentlichen vor Unheil und bösen Geistern schützen sollen. Daneben symboliseren sie Liebe, Treue, Gesundheit, Fruchtbarkeit, Wohlstand und vieles mehr. Auch heute wollen die Hochzeitsgesellschaften zumeist nicht auf die wesentlichen Brauchtümer verzichten, da sie eine nette Tradition darstellen.

Something old, something new, something borrowed, something blue

...a lucky sixpence in her shoe. Dieser aus England stammender Brauch hat sich im Laufe der Jahre auch in Deutschland zu einer beliebten Tradition entwickelt. Die Braut sollte am Tag der Hochzeit etwas Altes, etwas Neues, etwas Geliehenes und etwas Blaues bei sich haben. Aber warum?

  • Etwas Altes symbolisiert den alten Lebensabschnitt und meint, dass die Braut ihr altes Leben und sich selbst nicht komplett aufgeben soll (z.B. alter Schmuck).
  • Etwas Neues (z.B. das neue Brautkleid) steht demgegenüber für das beginnende Eheleben als neuer Lebensabschnitt.
  • Etwas Geliehenes steht für Freundschaft und soll Glück in der Ehe bringen. So leiht sich die Braut etwas (z.B. ein besticktes Taschentuch) von einer Freundin, die eine glückliche Ehe führt, damit sich deren Glück auf das eigene Eheglück überträgt.
  • Etwas Blaues (meist ein Blaues Strumpfband) symbolisiert die Treue der Ehepartner zueinander.
  • Die Münze im Schuh soll für ein Leben ohne finanzielle Nöte sorgen.

Brautschuhkauf und Brautschuhverteigerung

Früher war es Brauch, dass die Braut ihre Brautschuhe mit angesparten Pfennigen bezahlte. Heutzutage wird dieser alte Brauch mit Euro-Cents fortgeführt. Die Brautschuhe mit Cents zu bezahlen, suggeriert dem Bräutigam, dass er eine sparsame, treue und beständige Frau bekommt, die schon sehr früh immer wieder einen „Cent“ für die Brautschuhe beseite gelegt hat.

Während der Hochzeitsfeier gibt es dann die alte Gepflogenheit der Brautschuhversteigerung. Ein Gast entwendet der Braut dabei zunächst ihren Schuh. Anschließend wird der Schuh unter den Hochzeitsgästen symbolisch versteigert, wobei jeder Teilnehmer sein Gebot in den Brautschuh legt. Zum Schluss ersteigert der Bräutigam den Schuh samt der bis dahin gesammelten Beträgen. Das Geld bleibt als positiver Nebeneffekt schließlich beim Brautpaar und der Bräutigam gibt den Schuh an seine Braut zurück.

Brautentführung

Traditionell sind es gute Freunde des Bräutigams, die die Braut in einem Augenblick der Unachtsamkeit des Bräutigams entführen. Dabei ziehen die Entführer mit der Braut, die freiwillig mitkommt, von Kneipe zu Kneipe. Der Brauch will es, dass sich der Bräutigam mit dem Brautstrauß als Auslöse auf die Suche nach der Braut macht, wobei der Bräutigam jedes Mal in den Verstecken die Zeche zahlen muß. Zu den Verstecken sollte das Brautpaar wenn möglich eine Beziehung haben (z.B. den Lieblingsitaliener, die Stammkneipe oder die Eisdiele nebenan). Damit die Suche zeitlich nicht ausartet, sollte die Entführung vorher mit den Trauzeugen abgesprochen werden, damit er dem Frischvermählten auf der Brautsuche mit kleinen Tipps auf die Sprünge hilft.

Da eine Brautentführung schon bei mancher Hochzeit die Stimmung gedrückt hat, ist diese Tradition mit Vorsicht zu genießen. So sollte man sich als Gast daher vorher genau überlegen, ob man der Hochzeitsgesellschaft mit der Brautentführung eine Freude macht. Aus diesem Grund sollte im Vorfeld der Hochzeit in jedem Fall das Einverständnis von Braut und Bräutigam eingeholt werden, die Entführung unter Berücksichtigung der Gäste maximal eine Stunde dauern und ein günstiger Zeitpunkt für die Entführung gewählt werden, z.B. nicht gerade während des Essens.

Polterabend

Seinen Ursprung hat der Hochzeitsbrauch des Polterabends im Sprichwort „Scherben bringen Glück“. Zumeist findet der Polterabend im Haus der Braut bzw. deren Eltern statt, aufgrund von Platzmangel kann der Polterabend aber auch in einer Lokalität stattfinden. Zum Polterabend lädt das Brautpaar keine Gäste im Einzelnen ein, sondern gibt lediglich den Termin bekannt. So kann letztlich kommen, wer will und das Brautpaar hat somit die Möglichkeit, viele Personen, die zur Hochzeit selber nicht eingeladen werden können, doch an der Hochzeitsfeierlichkeit teilhaben zu lassen.

Der Höhepunkt dieses Brauches ist das Zerbrechen von mitgebrachtem Porzellan durch Hinwerfen, was zum Gelingen der Ehe beitragen und durch den Lärm böse Geister vertreiben soll. In keinem Fall sollen dem Volksmund nach Gläser oder Spiegel zerbrochen werden, da dies sieben Jahre Unglück bringe. Durch das gemeinsame Beseitigen der Scherben soll das Paar darauf aufmerksam gemacht werden, dass eine gute Zusammenarbeit das Fundament für eine erfolgreiche Ehe auch in Krisenzeiten darstellt.

Reis werfen

Häufig wird das Brautpaar nach der Trauungszeremonie beim Verlassen der Kirche mit Reis beworfen. Da Reis ein Symbol für Fruchtbarkeit ist, steht dieses Ritual für den Wunsch nach einer fruchtbaren und kinderreichen Ehe.

Heutzutage tritt dieser Brauch teilweise in abgewandelter Form auf. So entscheiden sich einige Hochzeitsgesellschaften dafür, allen Gästen beim Verlassen der Kirche kleine Seifenblasen-Fläschchen zu überreichen und diese pusten dann, wenn das Brautpaar die Kirche verlässt, Seifenblasen. Seifenblasen werden dabei als Symbol für die Träume und Wünsche des Brautpaars gesehen, die in Erfüllung gehen sollen. Manchmal lässt das Brautpaar auch herzförmige Heliumluftballons steigen, die mit dem Namen und der Anschrift des Brautpaars versehen sind. Die Finder der Luftballons können dann dem Paar Glückwunschgrüße schicken.

Brautstrauß

Auch der Brautstrauß, der traditionell vom Bräutigam besorgt wird, ist Teil eines alten Brauches. Gegen Ende der Hochzeitsfeier versammeln sich alle unverheirateten Frauen um die Braut zum Brauch des Brautstraußwerfens. Diese dreht sich um und wirft den Brautstrauß über ihre Schulter. Diejenige Frau, die den Strauß fängt, wird der Sage nach als nächstes heiraten.

Der Brauch stammt aus einer Zeit, in der es für jede Frau das höchste Ziel war, zu heiraten. Demgegenüber kann es heutzutage sogar vorkommen, daß niemand den Strauß fangen möchte. So gibt es auch die Abwandlung des klassischen Brautstraußwerfens, in dem die unverheirateten Frauen einen Kreis um die Braut bilden und um sie herumtanzen. Mit verbundenen Augen versucht die Braut dann, ein Mädchen zu fassen und übergibt der Auserwählten dann den Strauß.

Schleiertanz

Der Schleiertanz erfüllt den gleichen Zweck wie das Brautstraußwerfen: die nächste Braut soll ermittelt werden. Bei diesem Brauch tanzen Braut und Bräutigam zusammen, während die unverheirateten Mädchen versuchen ein Stück vom Schleier abzureißen. Schlußendlich ist diejenige mit dem größten Stück die Auserwählte.

Alternativ hierzu gibt es die Variante, dass das Brautpaar bereits vorab schon einen Zerreißschleier in Stücke reißt und man die unverheirateten Frauen je ein Stück aus einem Sack nehmen läßt und am Ende die Frau mit dem größen Stück Stoff die nächste Braut sein soll. In beiden Fällen ist das Zerreißen des Schleiers in viele Stücke Symbol dafür, dass jeder ein Stück des Segens der Braut bekommt.

Anschneiden der Hochzeitstorte

Beim Anschneiden der Hochzeitstorte sollten die Protagonisten dem Volksmund zufolge vorsichtig agieren. So gilt gemeinhin, dass wer die Hand am Messer oben hat, auch das Sagen in der Ehe hat.

Die Braut über die Schwelle tragen

In der Überlieferung ist die Schwelle des Hochzeitshauses der Stammplatz der bösen Geister. So darf die Braut die Türschwelle unter keinen Umständen berühren. Deshalb muss der Bräutigam seine Liebste über diese scheinbare Barriere heben, damit das junge Glück nicht gestört wird. So wird die frischvermählte Braut auch heute noch über die Schwelle getragen.

Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe weiterer Bräuche, die Glück oder Unglück bei Nichtbeachtung verheißen. Hier sollen noch einmal die populärsten Rituale und Bräuche rund ums Heiraten zusammengefaßt werden.

Was bringt noch Glück oder Unglück?

  • Die Braut darf kein blaues Kleid tragen
  • Der Volksmund sagt, dass Brautkleidanprobe ohne konkrete Heiratsabsicht Unglück bringt.
  • Der Bräutigam soll das Brautkleid nicht vor dem Tag der Hochzeit zu Gesicht bekommen.
  • Keineswegs sollte man bei abnehmendem Mond heiraten, damit das Glück nicht auch abnimmt. Idealerweise sollte die Sonne bei der Heirat noch steigen, daher ist es nach dem Volksmund besser am Vormittag "Ja" zu sagen als am Nachmittag.
  • Regen oder Schnee am Hochzeitstag bedeuten Glück und Kinderreichtum.
  • Trägt die Frau eine echte Perlenkette bedeutet dem Volksmund nach jede Perle eine Träne.
  • Dosen am Auto sollen das Brautpaar ankündigen und außerdem vertreibt der Lärm der Dosen – wie soll es anders sein – die vielbeschworenen böse Geister.
  • Auch hier gilt der Sage nach Vorsicht: Brautschuhe sollte man sich nie schenken lassen oder symbolisch mit 1 Cent abkaufen, denn dem Volksmund zufolge läuft in geschenkten Schuhen die Braut davon.
  • Das Brautpaar soll mit dem rechten Fuß und nahe beieinander in die Kirche eintreten, damit sich kein böser Geist dazwischen drängt.
  • Die Hochzeitskerze soll immer ruhig brennen, da eine unruhige Flamme eine stürmische Ehe verheißt.